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Mit Informationsschildern, ökologischen Aufwertungsmaßnahmen und der künftigen Nutzung als „Outdoorklassenzimmer“ entwickelt sich die Streuobstwiese in Neukirchen zu einem Ort, an dem Naturschutz, Umweltbildung und bürgerschaftliches Engagement zusammenkommen. Möglich wurde diese Entwicklung durch die enge Zusammenarbeit des Marktes Kirchseeon und der Ortsgruppe Kirchseeon des Bund Naturschutz (BN).
Die meisten der Obstbäume auf der Streuobstwiese wurde Ende der 1990er-Jahre gepflanzt. Seit rund zwei Jahren arbeiten der Markt Kirchseeon und die Ortsgruppe Kirchseeon des Bund Naturschutz daran, die Fläche wiederzubeleben und ökologisch aufzuwerten. Ehemalige Baumpatinnen und -paten konnten erneut für das Projekt gewonnen werden, gleichzeitig fanden sich neue Ehrenamtliche, die die Pflege der Obstbäume übernehmen. Mit Erfolg: Dank der regelmäßigen Pflege tragen die Bäume inzwischen wieder reichlich Früchte.
Die Streuobstwiese dient jedoch nicht nur als Obstbestand, sondern wird als ganzheitlicher Begegnungs- und Naturraum betrachtet. Unter Leitung der Ortsvorsitzenden Beate Kiss wurden vom BN-Team zwei Benjeshecken angelegt und werden mit dem Schnittgut der Bäume und Sträucher gefüllt. So entsteht im Laufe der Zeit ein wertvoller Lebensraum für Insekten, Amphibien, Vögel und Igel.
Ein weiterer Baustein des Projekts sind neue Informationsschilder an den Obstbäumen. Entwickelt wurden sie von Laura Voppichler, Lehramtsstudentin an der Ludwig-Maximilians-Universität München, im Rahmen ihres Erweiterungsfachs „Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)“. Jedes Schild informiert über die jeweilige Obstsorte sowie über Blüte- und Erntezeit, Geschmack und Verwendung. Über einen QR-Code gelangen Besucherinnen und Besucher auf die Internetseite naturadb.de, auf der weitere Informationen zu den einzelnen Obstsorten und ihrer ökologischen Bedeutung abrufbar sind. Hier gelangen Sie auf den Beispiel-Steckbrief einer Apfelsorte.
Künftig wird die Streuobstwiese außerdem regelmäßig als außerschulischer Lernort genutzt. Grundschullehrerin Sandra Fessler wird dort mit ihren Schülerinnen und Schülern Unterricht im Freien gestalten. Eine vom Bauhof des Marktes Kirchseeon errichtete Sitzgruppe bietet dafür die passenden Voraussetzungen. Perspektivisch soll die Streuobstwiese auch weiteren Lehrkräften der Schulen in Kirchseeon und Eglharting als Lernort zur Verfügung stehen. „Die Kinder lernen in der Natur ganz anders. Sie spüren den Wind, die Sonne und können die Veränderungen der Bäume im Jahreskreis beobachten. Das ist für Grundschulkinder besonders spannend“, sagt Sandra Fessler.
Erster Bürgermeister Jan Paeplow freut sich über die Entwicklung der Streuobstwiese: „Hier können unsere Grundschüler erleben, dass Obst nicht im Supermarktregal wächst, sondern Pflege, Zeit und Aufmerksamkeit braucht. Gleichzeitig zeigt dieses Projekt, was durch die Zusammenarbeit von Ehrenamt und Verwaltung entstehen kann.“
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